Die Familie Mîđęîâ (Marcoff, Marcov, Von Markow). Grafen und Adelige.
Zusammenfassung auf Deutsch.
 

Die Familie Mîđęîâ (niedergeschrieben als Marcoff und Marcov), repräsentiert eine der ältesten adeligen Familien Russlands. Schon seit dem Mittelalter dienten zahlreiche Mitglieder der Familie Marcov dem Zarenreich.
Im Jahre 1550 wurden Tausende der bedeutendsten Adligen des Reiches nach Moskau gerufen, unter ihnen Ivan Marcov.
Die Familienmitglieder von größerer geschichtlicher Bedeutung erscheinen Ende des 18. Jahrhunderts: Nikolay Ivanovich, Arkady Ivanovich und Irakly Ivanovich, Sohne von Ivan Nikiforovich († 5.12.1778) und dessen Gattin Praskovia Fedorovna Kutuzova (*19.10.1711, † 1774).
Franz II., letzter Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, verlieh den drei Brüdern und deren direkten männlichen Nachkommen den Adelstitel und ernannte sie zu Grafen des Kaiserreiches (Wien, am 2. Juni 1796) mit der Befugnis, den Adelstitel durch einen russisch-kaiserlichen Erlass desselben Jahres auch in Russland weiter führen zu dürfen.
Nikolay Ivanovich (*2.10.1743, † 9.05.1811) Generalmajor, verheiratet mit Praskovia Vasil`evna Skvortsova (*2.05.1755, † 14.10.1800), hatte ausschliessßlich weibliche Nachkommen [Praskovia Nikolaevna († 14.07.1832), verheiratet mit Generalmajor Prinz Andrey Mikhailovich Obolensky (*1765, †1830) und Varvara Nikolaevna, verheiratet mit Mikhail Petrovich Rimsky-Korsakov]
Arkady Ivanovich (*6.01.1747, †29.01.1827), Diplomat und privater Ratgeber des Zarenreiches, war viele Jahre für die auswärtigen Angelegenheiten des Zarenreiches unter der Herrschaft von Katharina II., die Grossßen verantwortlich. Im Besitz von zahlreichen Auszeichnungen, einschließlich die Orden 1. Ranges von Alexander Nevsky und Sankt Vladimir, spielte er eine wichtige Rolle im Zarenreich, unter anderem war er für verschiedene Verhandlungen mit Napoleon I verantwortlich. Arkady Ivanovich blieb unverheiratet, doch die Obhut und väterliche Fürsorge für die junge Varvara und die Tatsache, dass er für sie die Übertragung seiner Erbschaft, seines Stands und Titels beantragte und erhielt (Zarenlicher Erlass vom 29. April 1801), lässt ohne Zweifel darauf schließen, dass es sich um seine Tochter handelte. Als Mitglied seines Hauses erscheint Gräfin Varvara Arkad`evena Marcova zusammen mit ihrem Ehemann, Prinz Sergey Iakovlevich Golitsyn.
Ikakly Ivanovich (*02.11.1753, †26.03.1829) absolvierte eine ruhmreiche militarische Karriere. Er wurde bei vielen Anlässen ehrenvoll erwähnt und war im Besitz von zahlreichen Auszeichnungen, einschließlich der Orden von Sankt Georg und Alexander Nevsky. Als bereits zurückgetretener General wurde er ausgewählt, die Adelsmiliz anzuführen, die sich in Moskau zur Unterstützung der Verteidigung gegen den Einmarsch Napoleons erhob. Irakly Ivanovich war verheiratet mit der Adeligen Deutschen Natalie A. von München, Tochter des Grafen A.S. von München, welcher Hauptmann der Schutztruppe (Leibgarde) war. Als Teil ihrer Aussteuer erhielt Natalie einen Leibeigenen, später auch bekannt als V. A. Tropinin. Der junge Mann zeigte ein außergewöhnliches Talent für die Malerei, so dass ihm Graf Irakly Ivanovich, um sein Talent zu fördern, ein Studium an der Kunstakademie in Sankt Petersburg finanzierte, wo eines seiner auf der Jahresausstellung von 1804 gezeigten Werke ein sehr starkes Interesse bei der Zarin hervorrief. In dieser Zeit, unter der Herrschaft von Zar Paul I., fielen die Marcov (Mîđęîâ), wie Tausende hoher Amtsinhaber aus der vorherigen Herrschaft, in Ungnade und man befahl ihnen, die Hauptstadt zu verlassen. Graf Irakly Ivanovich begab sich zusammen mit seiner Familie und seinen Leibeigenen nach Kukavka (heute Ukraine) auf einen der Familienlandsitze. Nach Beendigung seines Studiums kehrte Tropinin dorthin zu seinem Herrn zurück. Bis er zu einem der angesehendsten russischen Maler des 19. Jahrhunderts wurde, malte er dort weiterhin Porträts und Landschaften, während er als Verwalter und Verantwortlicher für die Kinder des Grafen tätig war. Mit Zar Alexander I. wurde die Familie rehabilitiert. Im Jahr 1812 wurde Graf Irakly Ivanovich zum Anführer der Adelsmiliz von Moskau ernannt und nahm mit seinen Truppen an der Schlacht von Borodino teil. Im Jahr 1823 wurde Tropinin aus der Leibeigenschaft entlassen. Tropinin, nun unabhängig, tritt in die Kunstakademie ein.
Irakly Ivanovich (Mîđęîâ) Marcov hatte als einziger der drei Brüder, die in Rang der Grafen erhoben wurden, neben zahlreichen weiblichen auch mannliche Nachkommen:
Irakly Ikalievich (*um 1795, †1841), gerade Jüngling, wurde in die Adelsmiliz eingezogen, um dort unter der Führung des Generales Talizyn zu dienen. Irakly Iraklievich überbrachte, vor und während der grossen Schlacht von Borodino (1812), die Anordnungen des Generals Bragation zu den gefährlichsten Stellen an der russisch – französischen Front. Nach der Auflösung der Miliz, erkrankte er für lange Zeit und beantragte danach seine Aufnahme in die Armee. Irakly Iraklievich Marcov starb ledig. Er war ein hoch kultivierter Mann, beherrschte Russisch, Französisch, Deutsch, Italienisch und Polnisch in Wort und Schrift. Er hatte Geschichte, Geografie, Mathematik, Zeichen- und Kriegsbaukunst studiert.
Nikolay Iraklievich (*um 1798, †um 1818) folgte einer ähnlichen Laufbahn wie sein Bruder. Obwohl er jünger war als sein Bruder, ließ er sich in die Adelsmiliz einziehen und diente als Kurier an der russisch-französischen Front. Er war ganz im Geheimen (wahrscheinlich auf Grund seiner Minderjährigkeit) verheiratet mit Viktoria Ann, die aus Guernsey stammte und deren Vater Juan William Lacy Despuig, ein sehr angesehener spanischer Kaufmann war. Ihre Mutter dagegen stammte aus London, wo ihre Familie ebenfalls im Handel und Schiffstransportverkehr hoch angesehen war. Viktoria Ann wurde sehr früh Witwe und verließ gemeinsam mit ihrem Sohn Joseph, welcher noch ein Kleinkind war, Russland, um in ihr Vaterhaus nach Alcira (Valencia / Spanien), dem Ursprung der spanischen Linie, zurückzukehren. Dort kamen die drei folgenden Generationen zur Welt: Buenaventura (Aparici), Buenaventura (Simeón) und José. Im weiteren Verlauf kommt es zu einer “Hispanisierung” des Nachnamens, der sein “v” am Ende verliert. Buenaventura (Simeón) verließ Alcira aus politischen Gründen. Nach einer Zeit, die er in Frankreich verbrachte, ließ er sich in Argentinien und Chile nieder. Von dort aus rief er seine Kinder zu sich und somit übersiedelte José nach Chile, wo er eine junge Spanierin namens Maria kennenlernte. Maria, die aus der Region Rioja stammte, war verschwägert mit General Dulce, Erster Marquis von Castelflorite.
Dort kam der gemeinsame Sohn zur Welt, Julio A. (*9.01.1915, † 24.10.1982), der in Ferrol (Coruña / Spanien) die von dort stammende Spanierin namens Maria Luz heiratete. Dies sind die Eltern von Julio (Yuri) (* 10.02.1951), gegenwärtiger (Graf von Marcov und Seigneur de Thomas Blondel).
Nach Beendung der zweisprachigen Schulbildung, studiert Julio E. (Yuri) Krankenpflege und Medizin an der Universität von Santiago de Compostela (Spanien). Nach Beendigung des Studiums und nach seinem Diplomabschluss ergänzt er diesen in den Bereichen Innere Medizin und Nephrologie.
Als Spezialist in Nephrologie zieht er nach Mallorca um, wo er seine Doktorarbeit vorbereitet und diese anschließend an der Universitat von Barcelona (Universidad Autónoma) vorträgt.
Danach nimmt Dr. Marco zur Vervollständigung und zum Ausbau seines Fachwissens an einem Forschungsprogramm über Nierenzystenerkrankungen an der Mayo Klinik (USA) teil, das von der Seguridad Social (Sozialversicherung) fur Forschungen im Gesundheitswesen gestiftet wurde.
Nach seiner Rückkehr aus den Vereinigten Staaten von America beginnt er sein Fachstudium in Wirtschaftswissenschaft und Management.
Nachdem er sein Diplom in Krankenhausmanagement und Betriebswirtschaftslehre abgeschlossen hat, legt er ein Staatsexamen in Volkswirtschaftslehre und Betriebswirtschaftslehre ab
In den USA erhielt er den “Master” in Gesundheitsverwaltung (Health Care Administration). Im Jahre 1993 bekleidete er das Amt “Direktor für Gesundheits- und Wirtschaftswesen” im neu gegründeten “Servicio Balear de la Salud” (Balearischer Gesundheitsdienst), welcher der Regionalregierung der Balearischen Inseln untergeordnet ist.
Einige Monate später wurde er zum “Geschäftsführenden Direktor” dieser Institution und zum “Technischen Generalsekretar” des regionalen Gesundheitsministeriums ernannt.
Im Jahr 1995 kehrt er in die Abteilung für Nephrologie der Universitätsklinik Son Dureta zurück, in der er das Sekretariat des Ausschusses fü klinische Tests (Ethik) und die Koordinierung der medizinischen Ausbildung leitet.
Seit 1998 ist er Chefarzt der Nephrologie am Universitätsklinikum Son Dureta in Palma de Mallorca.
Zwischen 2000 und 2007 war er Ehrenkonsul von Belize.
Er hat zahlreiche Seminare, Kongresse und Roundtable-Gespräche geleitet, organisiert oder an ihnen teilgenommen, sowie Hunderte von medizinischen Veroffentlichungen und von verschiedenen Beitragen in der Presse, Rundfunk und Fernsehen verfasst.
Bedeutende Positionen, wie z.B. Sekretär des Wirtschaftsverbandes des Gesundheitswesens und Vizepräsident der "Sociedad Balear de Nefrologia" (Balearische Gesellschaft für Nephrologie), wurden von ihm bekleidet. Er ist Mitglied von verschiedenen Einrichtungen, unter anderem Präsident der "Asociación de Amigos de los pueblos eslavos" (Vereinigung der Freunde der Slavischen Völker). Er war auch Präsident des Rotary Clubs "Palma-Almudaina (2006-2007). Er ist Ehrenmitglied des Rotary Clubs von Vinnitsa (Ukraine).
Seine Beiträge zur Entwicklung der Russisch- Ortodoxen Kirche in Spanien und der russischen Kultur im Allgemeinen sind sehr bekannt.
Graf von Marcov ist Botschafter des Adels von Kiew für alle Königshäuser und für Staats- und Regierungschefs.
Arkady Iraklievich Marcov (Marcoff) (*14.01.1802), drittgeborener Sohn von Irakly Ivanovich repräsentiert die Grafenlinie, die im Territorium des Zarenreichs (Russia) blieb. Arkady Iraklievich hatte mindestens fünf Söhne und eine Tochter. Nach seinem Enkelsohn Irakly Dimitrevich Morkov (*5.04.1881, † 25.05.1916) kommt die letzte bekannte mannliche Generation aus dem Territorium des Zarenreichs (Russia):
Irakly Iraklievich (*1906), verschollen, und Dimitry Iraklievich (*1908), der nur einen Sohn hatte, welcher als Jungeselle im Alter von 36 Jahren verstarb.
Aus dieser ukrainischen Grafenlinie existieren noch zwei weibliche Vertreterinnen: Marina Yurievna Bumagina und deren Tochter Anna Vladimirovna.
In Nizza gibt es auch Nachkommen von Arkady Iraklievich, die ebenfalls einer weiblichen Linie (französische Linie) angehören, welche von Graf Nikolay Arkadievich (*Moskau 22, Oktober 1850, † Nizza 7, November 1937) abstammt. Nach der Revolution liess Graf Nikolay Arkadievich sich in Frankreich nieder. Dieser Graf besaß Eigentum in Letichev.

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